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Es hätte die grosse Geburtstagsparty für SCB-Trainer Danijel Eric werden sollen. Doch daraus wurde nichts: Trotz starkem Startviertel verliert Swiss Central gegen die Starwings Basel mit 71:88. Wurde der Gegner unterschätzt?  

 

 

 

 

Auch 24 Punkte von Marco Lehmann halfen nichts: SCB verliert gegen die Starwings mit 71:88 (Archivbild: Philipp Schmidli)

 

 

 

Zahlreiche Freunde und Verwandte von Danijel Eric waren gestern in der Maihofhalle, um den Cheftrainer von Swiss Central Basketball anzufeuern – und ihm zum 37. Geburtstag zu gratulieren. Viele hatten schön eingepackte Geschenke, Schokolade oder Blumen dabei, um ihm diese nach dem Spiel im Rahmen eines Apéros zu überreichen. Und das – natürlich – am liebsten nach einem Erfolg gegen die Starwings Regio Basel. Die Nordwestschweizer aber hatten ganz andere Pläne. Die Starwings wollten in Luzern keine Geschenke verteilen, sondern zwei Punkte mitnehmen. Am Ende taten Sie genau das – und zwar völlig verdient.

 

Starwings-Aufbauer Kostic brilliert  

 

In den ersten zehn Minuten lief es durchaus noch rund für das Heimteam. 27:19 lautete das Score nach dem ersten Viertel – Swiss Central schien an der Glanzleistung vom vergangenen Wochenende in Boncourt (105:82-Auswärtssieg) anzuknüpfen. Als sich wenig später Starwings-Forward Brunelle Tutonda verletzte, schienen für SCB endgültig alle Zeichen auf Sieg zu stehen. Dies auch deshalb, weil die Starwings gestern auch auf ihren Profi-Spielmacher Petar Babic sowie – ab der 25. Minute – auf den Amerikaner Allyn Hess (Nasenbruch) verzichten mussten. Statt aufzugeben, kämpften die Gäste fortan getreu der Devise «jetzt erst Recht». Die beiden Schweizer Spielmacher Alexis Hermann Branislav Kostic vertraten den verletzten Babic nicht nur – sie machten ihn vergessen. Besonders der «nur» 1.80 Meter grosse Kostic leistete Beeindruckendes. Einerseits erzielte er 26 Punkte, andererseits überzeugte der 23-Jährige auch in der Verteidigung. Immer wieder gelang es dem cleveren und aufsässigen Kostic, den Amerikaner Austin Chatman arg in Bedrängnis zu bringen.

 

Stark waren die Starwings aber auch unter den Körben: Gegen Topscorer Nemanja Calasan sowie gegen den 2.14-Meter-Hünen Björn Schoo fand die SCB-Abwehr kein Rezept. Und spätestens als auch noch SCB-Center Eric Thompson das Feld mit 5 Fouls verlassen musste, war den Starwings der Sieg nicht mehr zu nehmen. Besonders unglücklich: Sekunden vor Schluss verletzte sich auch noch Centerspieler Luka Mandic. Damit dürfte das bereits arg strapazierte SCB-Kader in den kommenden Wochen noch dünner werden.

 

Wurde der Gegner unterschätzt?

 

Nach Spielschluss war dem SCB-Trainer der Frust deutlich anzusehen – denn natürlich hätte er sich diesen Nachmittag anders vorgestellt. «Ich bin sehr enttäuscht von unserer heutigen Leistung», so Eric. Und damit meinte er nicht primär diesen Fehlwurf oder jenen Ballverlust, sondern den Gesamtauftritt seines Teams. «Wir spielten zu langsam, zu fehlerhaft, zu lasch.» Tatsächlich wirkte es fast so, als hätte Swiss Central den von Verletzungen geplagten Gegner unterschätzt. «Dafür wurden wir knallhart bestraft», so Eric. Fest steht nämlich: Unterschätzen darf Swiss Central in dieser Meisterschaft definitiv keine Mannschaft.  

 

Übrigens: Geschenke und Kuchen gab es für Danijel Eric am Abend dann doch noch. Nach Spielschluss begrüssten ihn seine Freunde und Verwandten nach im Foyer der Maihofhalle mit einem warmen und wahrscheinlich auch etwas trösteten Applaus. Dabei huschte auch dem Coach ein Lächeln übers Gesicht. Er weiss: Der nächste Geburtstag kommt bestimmt.

 

 

NLA, 15. Runde, Sonntag, Maihof: 650 Zuschauer

 

 

Swiss Central – Starwings 71:88 (39:45)

 

SCB: Lehmann 24, Chatman 13, Morandi, Birboutsakis, Zoccoletti, Kairavicius 19, Stallkamp, Mandic, Plüss 8, Thompson 9, Ganic. Coach: Eric / Mihajlovic. – Bemerkungen: Tomic und Fankhauser abwesend (verletzt), Mandic fällt in der 40. Minute verletzt aus.

 

 

 

Zehn gute Minuten sind viel zu wenig: Swiss Central verliert nach einer insgesamt enttäuschenden Leistung gegen die Starwings Basket Regio Basel mit 71:88. Die vom Verletzungspech verfolgten Nordwestschweizer waren nicht nur unter den Körben dominant, sondern überzeugten dank eines Glanzauftritts von Branislav Kostic auch auf auf den Aussenpositionen. Nach dem heutigen Spiel schliessen die Starwings auch in der Tabelle auf: Die Birsfelder, der BBC Monthey sowie SCB teilen sich den 8. Rang mit je zehn Punkten aus 15 Spielen.

Zur ärgerlichen Niederlage kommt hinzu, dass sich Luka Mandic kurz vor Schluss am Fuss verletzte und auf vorraussichtlich länger ausfallen dürfte. Gute Besserung, Luka!

 

Ein ausführlicher Matchbericht folgt am Montag.

 

NLA, 15. Runde, Sonntag, Maihof: 650 Zuschauer

 

Swiss Central – Starwings Regio Basel 71:88 (39:45)

 

SCB: Lehmann 24, Chatman 13, Morandi, Birboutsakis, Zoccoletti, Kairavicius 19, Stallkamp, Mandic, Plüss 8, Thompson 9, Ganic. Coach: Eric / Mihajlovic. – Bemerkungen: Tomic und Fankhauser abwesend (verletzt), Mandic fällt in der 40. Minute verletzt aus.

 

ZUR AKTUELLEN TABELLE

Anspruchsvoller Spagat zwischen Sport und Job

 

Als Chefcoach von Swiss Central steht Danijel Eric fast täglich in der Halle – und das notabene neben seinem 80-Prozent-Job. Alles eine Frage der Organisation, so der 37-Jährige. Zu seinem heutigen Geburtstag hofft Eric auf einen Sieg gegen die Starwings (16 Uhr, Maihof). 

 

 

Danijel Eric, Alles Gute zum 37. Geburtstag. Was wünschen Sie sich?

 

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben und habe keine speziellen Wünsche.  

 

Ein Sieg gegen die Starwings Regio Basel wäre aber sicher willkommen, oder?

 

(Lacht) Natürlich. Das wäre ein sehr schönes Geschenk. Dieses werden mir die Starwings aber nicht freiwillig machen.

 

Was erwarten Sie vom heutigen Spiel?  

 

Beide Vereine befinden sich in einer vergleichbaren Situation. Genau wie wir verfügen auch die Starwings nur über begrenzte personelle Möglichkeiten. Auch abseits des Spielfelds kämpfen die Klubs mit ähnlichen Herausforderungen – und trotzdem schaffen es beide immer wieder, grossen Vereinen ein Bein zu stellen. Ich erwarte ein spannendes Spiel auf Augenhöhe.

 

Bei den Spitzenklubs sind nicht nur die Spieler, sondern auch die Coaches Vollprofis. Anders bei SCB, wo fast nur Amateure tätig sind. Auch Sie arbeiten zu 80 Prozent in einer Führungsposition im Detailhandel. Wie bringen Sie alles unter einen Hut?

 

Dass das möglich ist, verdanke ich meinem Arbeitgeber, der den Sport unterstützt und mir gegenüber die nötige Flexibilität zeigt. Ganz wichtig ist mein privates Umfeld – allen voran meine Frau Jacqueline. Und dann ist da auch noch mein Assistenz-Coach Martin Mihajlovic, auf den ich mich stets verlassen kann. Das alles hilft mir, den Spagat zwischen Sport und Job zu schaffen.

 

Trotzdem: Wird die Doppelbelastung manchmal nicht zu viel?

 

Natürlich ist es manchmal streng – doch mit dem nötigen Ehrgeiz, der Leidenschaft für den Sport und dem Glauben, dass wir uns mit SCB immer weiter verbessern, lässt sich so manche Herausforderung meistern. Aber klar: Ab und zu gibt es auch schwierige Momente.

 

Fällt es Ihnen zum Beispiel schwer, nach einer unglücklichen Niederlage am nächsten Morgen im Laden zu stehen und Kunden zu begrüssen?

 

Es kann vorkommen, dass ich mir nach einem intensiven Spiel manchmal noch länger Gedanken mache – grundsätzlich gelingt es mir aber sehr gut, den Beruf und den Sport voneinander zu trennen.

 

Was fasziniert Sie an der Aufgabe als Coach?

 

Um Erfolg zu haben, braucht es nicht nur die nötigen spielerischen Voraussetzungen, sondern auch eine grosse Portion Cleverness und taktisches Geschick. Mir macht es Spass, mit meinen Spielern zu arbeiten und zu sehen, wie sich diese entwickeln. Ausserdem ist es immer eine spannende Herausforderung, mit SCB gegen die besten Teams des Landes anzutreten.

 

Sie haben in der Vergangenheit auch schon Angebote von grösseren Klubs erhalten. Warum haben Sie diese abgelehnt?

 

Ich bin in Luzern zuhause und bin mir sehr bewusst, was ich an dieser Stadt habe. Ich geniesse das Leben hier, die Lebensqualität, die private Zeit mit der Familie und Freunden. Natürlich können solche Anfragen reizvoll sein – doch bis jetzt war noch kein Angebot da, das so gut war, dass es sich gelohnt hätte, meiner Heimat den Rücken zu kehren.

 

Dann halten Sie Swiss Central noch länger die Treue?

 

Langfristig zu planen ist schwierig – dafür ist der Verein besonders in finanzieller Hinsicht schlicht und einfach noch zu wenig «stabil». Ich fokussiere mich deshalb voll und ganz auf die aktuelle Saison und werde mein Bestes geben, damit wir es auch dieses Jahr wieder in die Playoffs schaffen. Gelingt uns dies, können wir stolz sein.

 

 

HINWEIS:

NLA, 15. Runde. Heute Sonntag, 16.00 Uhr, Maihof: Swiss Central – Starwings Regio Basel  

 

Interview: Daniel Schriber (Dieser Beitrag erschien am 7. Januar 2018 in der Zentralschweiz am Sonntag)

 

Die jüngsten beiden Spielen gegen Monthey (80:85-Niederlage) und Boncourt (105:82-Sieg) boten viel Action und zahlreiche Highlights. Zur Einstimmung auf das Deutschschweizer Derby vom Sonntag (16 Uhr, Maihof, SCB - Starwings) präsentieren wir euch noch einmal die spektakulärsten SCB-Körbe aus den vergangenen Tagen. Viel Spass!

 

 

 

 

 

Er war beim 105:82-Auswärtssieg gegen den Basket-Club Boncourt nicht zu stoppen. Das Resultat: 38 Punkte – und die Auszeichnung zum Swiss Basketball «MVP der Woche». Congratulations, Austin Chatman!! Wer sich selbst ein Bild von den Qualitäten unseres US-Spielmachers machen will: Am Sonntag gibts die nächste Chance dazu. Um 16 Uhr gehts im Maihof los gegen die Starwings Basket Regio Basel!

 

 

 

Süsses Nichtstun während der Ferienzeit? Nicht für Haris Jusovic! Unser U16-Schweizermeister verbrachte die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr mit der Swiss Basketball U16-Nati in Lissabon. Mach weiter so, Haris!

 

SPEKTAKULÄRER JAHRESABSCHLUSS FÜR SWISS CENTRAL

 

SCB gewinnt auswärts gegen den Basket-Club Boncourt gleich mit 23 Punkten Unterschied! Überragender Spieler der Partie war Austin Chatman mit 38 Punkten (8 von 11 Dreier); aber auch der Rest des Teams zeigte eine tolle Leistung. Eric Thompson (23 Punkte) ackerte unter dem Korb, Marco Lehmann (19) überzeugte mit einer perfekten Freiwurfleistung (7 - 7), Luka Mandic warf gleich drei Dreier (bei 4 Versuchen) – und Captain Michael Plüss war wie immer überall dort zur Stelle, wo er gebraucht wurde. Herzliche Gratulation an Danijel Erić, Martin Mihajlovic und dem gesamten Team zu dieser sensationellen Leistung zum Jahresabschluss. Und das Beste: Dank des heutigen Erfolgs überholt SCB den BBC Monthey in der Tabelle und beendet das turbulente Jahr 2017 auf dem 8. Rang und damit auf einem Playoff-Platz. Grossartig!

 

NLA, 14. Runde:

 

BC Boncourt - Swiss Central 82:105 (44:54)

 

SCB: Lehmann 19, Chatman 38, Zoccoletti, Kairavicius 10, Stallkamp, Mandic 9, Plüss 6, Thompson 23, Birboutsakis. Coach: Eric / Mihajlovic. – Bemerkung: Swiss Central ohne Fankhauser und Tomic (beide verletzt), Morandi (krank)

 

 

 

 

 

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