SCB BLEIBT IM PLAYOFF-RENNEN

 

Swiss Central gewinnt gegen Winterthur in einem nervenaufreibenden Krimi 105:99 nach Verlängerung. Dank Basler Schützenhilfe darf SCB nach wie vor auf die Playoffs hoffen.

 

Bild: Boris Bürgisser, Luzerner Zeitung (24.03.2018)

 

1 Minute und 19 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit demonstrierte SCB-Flügel Marco Lehmann wieder einmal, weshalb er als einer der besten Schweizer Distanzwerfer gilt. Die 24-Sekunden-Angriffsuhr tickte bereits gegen null, als Lehmann den Ball erhielt. Der Flügel stand zu diesem Zeitpunkt zirka 9 Meter vom Korb entfernt – und damit noch weit hinter der offiziellen Dreipunkte-Marke (6,75 Meter). Anstatt den Ball weiter zu passen oder zum Korb zu ziehen, setzte Lehmann zum Wurf an – und versenkte den Ball ohne Ringberührung im Netz. 

Mit seinem beeindruckenden Distanzwurf brachte Lehmann sein Team 85:82 in Führung. Auf die Frage, was ihm bei dem Abschlussversuch durch den Kopf ging, antworte der Klotener nach dem Spiel so, wie es sich für einen richtigen Schützen gehört: «Ich habe gar nichts überlegt, sondern einfach geworfen.»

 

Thompson «dunkt» sein Team in die Verlängerung

 

Lehmanns Wurf war nicht der Siegestreffer, aber zweifellos einer der wichtigsten Würfe im gestrigen Spiel gegen Winterthur. Für weitere Schlüsselmomente sorgte der Amerikaner Eric Thompson. Nach einem bescheidenden Start war der SCB-Center in den entscheidenden Momenten des vierten Viertels und der Verlängerung zur Stelle. Einerseits verzückte der physisch bärenstarke Thompson die SCB-Fans mit spektakulären Verteidigungsaktionen, andererseits war Thompson auch im Angriff zur Stelle. 14 Sekunden vor Schluss – SCB lag 85:87 hinten – holte sich Thompson nach einem Fehlwurf von Austin Chatman den Abpraller und brachte sein Team mit einem spektakulären Slam-Dunk in die Verlängerung (87:87). In den Extra-Minuten war SCB die etwas treffsicherere, cleverere und auch glücklichere Mannschaft. Am Ende resultierte ein knapper Sieg, der genauso gut zu Gunsten der Gäste aus Winterthur hätte ausgehen können. 

Der gestrige Sieg ist für die Zentralschweizer in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Dank des Erfolgs bleibt SCB nach wie vor im Playoff-Rennen. Dies verdankt Swiss Central nicht nur der eigenen Leistung, sondern auch den Starwings Regio Basel. Diese siegten gestern ebenfalls nach Verlängerung in Lausanne (95:92) und leisteten SCB damit Schützenhilfe im Kampf um die verbleibenden Playoff-Plätze. «Wir haben vor der Verlängerung vom Sieg der Starwings erfahren», so SCB-Captain Michael Plüss. «Vielleicht gab uns diese Meldung die zusätzliche Motivations-Spritze, die wir brauchten.» 

Könnte es also tatsächlich noch was werden mit den Playoffs? Es ist nicht unmöglich – aber auch nicht besonders wahrscheinlich. Denn einerseits muss SCB die verbleibenden drei Spiele gewinnen, andererseits ist das Team auf weitere Schützenhilfe angewiesen. Sollte Pully-Lausanne auch nur noch ein Spiel gewinnen, ist der Playoff-Zug für SCB abgefahren. «Daran denken wir im Moment nicht», so SCB-Captain Plüss. «Wir können nur unsere eigenen Spiele beeinflussen.» Und wie das aussehen kann, zeigten Plüss und seine Mitspieler gestern auf eindrückliche Weise. Die Leistung machte Lust auf mehr. Lust auf die Playoffs. 

 

Samstag, Maihof. – 500 Zuschauer.

 

Swiss Central – Winterthur 105:99 n.V. (34:28 / 87:87)

SCB: Chatman 24, Morandi,, Birboutsakis, Zoccoletti 11, Kairavicius 7, Mandic 4, Thompson 20, Lehmann 25, Plüss 14. Coach: Eric / Mihajlovic. – Bemerkungen: Tomic und Fankhauser abwesend (verletzt)

 

Bericht: Daniel Schriber (Dieser Text erschien am 25.3.18 in der Zentralschweiz am Sonntag)

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