Ein Spiel «wie Tag und Nacht»

 

Nach 20 Minuten führt Swiss Central völlig überraschend gegen Leader Fribourg. Dann aber folgt der Kompletteinbruch – und am Ende eine deutliche 68:93-Niederlage. 

 

 

Das Duell zwischen Swiss Central (Rang 10) und Tabellenführer Fribourg Olympic war ein Spiel in drei Akten. Zum Auftakt erfüllte der Rekordmeister seine Favoritenrolle wie erwartet. 9:19 lautete der Punktestand nach den ersten fünf Minuten – und damit schien der Rüüdige Samstag für Swiss Central vor allem eines zu werden: «rüüdig» bitter. 

 

Wenig später folgte der zweite Akt und damit die überraschende Wende. In den verbleibenden 15 Minuten der ersten Halbzeit lief es dem Heimteam auf einmal rund. Mehr als das: SCB verteidigte bärenstark und erzielte vorne immer wieder spektakuläre Punkte. Und auch das Glück war auf der Seite des Heimteams: Zum Ende des ersten und des zweiten Viertels gelang es SCB gleich zweimal mit der Schlusssirene zu punkten. «Ich war selber überrascht, was uns während dieser Phase alles gelang», sagte Marco Lehmann (15 Punkte). Der Schlüssel zum Lauf? «Wir haben sehr schnell gespielt und Fribourg damit aus der Fassung gebracht.» In der Tat: Während Fribourg-Coach Petar Aleksic in mehreren Time-Outs seine Spieler zusammenstauchte, rieben sich die SCB-Fans auf den Rängen die Augen. Was ihre Mannschaft zwischen der fünften und der zwanzigsten Minute zeigte, war eine allererste Klasse – oder um beim fasnächtlichen Vokabular zu bleiben: rüüdig verreckt. Sollte es tatsächlich zu einer grossen Überraschung kommen? 

 

Fribourg dominiert die zweite Hälfte 

 

Dritter Akt – der Einbruch: Er habe sein Team vor der Reaktion des Leaders gewarnt, sagte SCB-Coach Danijel Eric nach dem Spiel. Es nützte nichts. Fribourg dominierte das Heimteam im dritten Viertel nach Belieben. Nach kurzer Zeit war das Spiel ausgeglichen – und nach zehn gespielten Minuten wurde für aus der 5-Punkte-Führung ein 16-Punkte-Rückstand. Die Fribourger Profis entschieden das dritte Vierte gleich mit 27:8 zu ihren Gunsten. 

 

SCB-Flügel Lehmann spricht von einem Spiel «wie Tag und Nacht». «So dürfen wir nicht auftreten.» Wie aber erklären er sich den Kompletteinbruch im dritten Viertel? «Anstatt unser schnelles Spiel weiterzuspielen, haben wir Tempo rausgenommen. Im ‚geordneten’ Spiel ist Fribourg aber deutlich stärker als wir.» Vielleicht habe seinem Team auch die nötige Energie gefehlt, um mit der intensiven Pace des Leaders mitzuhalten. Das vermutete auch SCB-Coach Eric: «Das tiefe Fribourg-Kader besteht fast ausschliesslich aus Profis, die zwei Mal täglich trainieren. Es wäre überraschend, wenn sie uns physisch nicht überlegen wären», so Eric.  

 

Natürlich war Eric enttäuscht über die deutliche Niederlage. «Wir hatten in der ersten Hälfte wirklich gute Phasen.» An diesen positiven Szenen will der Trainer auch im Hinblick auf die kommenden Spiele festhalten. Will SCB im Kampf um die verbleibenden Playoff-Plätze ein ernstes Wort mitreden, sind in den nächsten Spielen gegen Neuchâtel, Winterthur und Massagno zwei oder gar vier Punkte Pflicht. «Um das zu schaffen, müssen wir jedoch konstanter spielen», so Marco Lehmann. Idealerweise so, wie im zweiten Akt gegen Fribourg. 

 

NLA, 20. Runde, Samstag, 300 Zuschauer

 

Swiss Central – Fribourg Olympic 68:93 (49:44)

 

SCB: Chatman 9, Morandi, Ganic, Tomic 5, Birboutsakis, Kairavicius 3, Thompson 16, Lehmann 15, Ganic, Stallkamp 8, Mandic 6, Plüss 6. Coach: Eric / Mihajlovic. – Bemerkungen: Zoccoletti abwesend (krank) 

 

 

 

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