Anspruchsvoller Spagat zwischen Sport und Job

 

Als Chefcoach von Swiss Central steht Danijel Eric fast täglich in der Halle – und das notabene neben seinem 80-Prozent-Job. Alles eine Frage der Organisation, so der 37-Jährige. Zu seinem heutigen Geburtstag hofft Eric auf einen Sieg gegen die Starwings (16 Uhr, Maihof). 

 

 

Danijel Eric, Alles Gute zum 37. Geburtstag. Was wünschen Sie sich?

 

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben und habe keine speziellen Wünsche.  

 

Ein Sieg gegen die Starwings Regio Basel wäre aber sicher willkommen, oder?

 

(Lacht) Natürlich. Das wäre ein sehr schönes Geschenk. Dieses werden mir die Starwings aber nicht freiwillig machen.

 

Was erwarten Sie vom heutigen Spiel?  

 

Beide Vereine befinden sich in einer vergleichbaren Situation. Genau wie wir verfügen auch die Starwings nur über begrenzte personelle Möglichkeiten. Auch abseits des Spielfelds kämpfen die Klubs mit ähnlichen Herausforderungen – und trotzdem schaffen es beide immer wieder, grossen Vereinen ein Bein zu stellen. Ich erwarte ein spannendes Spiel auf Augenhöhe.

 

Bei den Spitzenklubs sind nicht nur die Spieler, sondern auch die Coaches Vollprofis. Anders bei SCB, wo fast nur Amateure tätig sind. Auch Sie arbeiten zu 80 Prozent in einer Führungsposition im Detailhandel. Wie bringen Sie alles unter einen Hut?

 

Dass das möglich ist, verdanke ich meinem Arbeitgeber, der den Sport unterstützt und mir gegenüber die nötige Flexibilität zeigt. Ganz wichtig ist mein privates Umfeld – allen voran meine Frau Jacqueline. Und dann ist da auch noch mein Assistenz-Coach Martin Mihajlovic, auf den ich mich stets verlassen kann. Das alles hilft mir, den Spagat zwischen Sport und Job zu schaffen.

 

Trotzdem: Wird die Doppelbelastung manchmal nicht zu viel?

 

Natürlich ist es manchmal streng – doch mit dem nötigen Ehrgeiz, der Leidenschaft für den Sport und dem Glauben, dass wir uns mit SCB immer weiter verbessern, lässt sich so manche Herausforderung meistern. Aber klar: Ab und zu gibt es auch schwierige Momente.

 

Fällt es Ihnen zum Beispiel schwer, nach einer unglücklichen Niederlage am nächsten Morgen im Laden zu stehen und Kunden zu begrüssen?

 

Es kann vorkommen, dass ich mir nach einem intensiven Spiel manchmal noch länger Gedanken mache – grundsätzlich gelingt es mir aber sehr gut, den Beruf und den Sport voneinander zu trennen.

 

Was fasziniert Sie an der Aufgabe als Coach?

 

Um Erfolg zu haben, braucht es nicht nur die nötigen spielerischen Voraussetzungen, sondern auch eine grosse Portion Cleverness und taktisches Geschick. Mir macht es Spass, mit meinen Spielern zu arbeiten und zu sehen, wie sich diese entwickeln. Ausserdem ist es immer eine spannende Herausforderung, mit SCB gegen die besten Teams des Landes anzutreten.

 

Sie haben in der Vergangenheit auch schon Angebote von grösseren Klubs erhalten. Warum haben Sie diese abgelehnt?

 

Ich bin in Luzern zuhause und bin mir sehr bewusst, was ich an dieser Stadt habe. Ich geniesse das Leben hier, die Lebensqualität, die private Zeit mit der Familie und Freunden. Natürlich können solche Anfragen reizvoll sein – doch bis jetzt war noch kein Angebot da, das so gut war, dass es sich gelohnt hätte, meiner Heimat den Rücken zu kehren.

 

Dann halten Sie Swiss Central noch länger die Treue?

 

Langfristig zu planen ist schwierig – dafür ist der Verein besonders in finanzieller Hinsicht schlicht und einfach noch zu wenig «stabil». Ich fokussiere mich deshalb voll und ganz auf die aktuelle Saison und werde mein Bestes geben, damit wir es auch dieses Jahr wieder in die Playoffs schaffen. Gelingt uns dies, können wir stolz sein.

 

 

HINWEIS:

NLA, 15. Runde. Heute Sonntag, 16.00 Uhr, Maihof: Swiss Central – Starwings Regio Basel  

 

Interview: Daniel Schriber (Dieser Beitrag erschien am 7. Januar 2018 in der Zentralschweiz am Sonntag)

 

Additional information