Swiss Central bodigt den Meister spektakulär

Swiss Central schlägt Monthey mit einer überragenden Leistung 81:80. Der Amerikaner Austin Chatman sorgt neun Sekunden vor Schluss mit einem Glanzwurf für die Entscheidung.

 

Bild: E. Rea/reamedien.ch

 

Es waren nur wenige Zuschauer, die gestern Abend den Weg in die Luzerner Maihofhalle fanden. Klar, Spiele unter der Woche sind bei den Fans nicht sonderlich beliebt. Kommt hinzu, dass auch die Erfolgsaussichten von Swiss Central Basket vor dem Spiel nicht wirklich gross waren. Zu Gast war der BBC Monthey – der aktuelle Schweizer Meister. Ein Sieg gegen die Walliser Profi-Truppe? Nein, damit rechneten wohl nicht einmal die grössten Optimisten unter den SCB-Fans. Und auch die Monthey-Stars glaubten wohl nicht ernsthaft daran, dass ihnen zwei amerikanische Profis, ein Litauer (der 100 Prozent arbeitet) sowie sieben Schweizer Amateure auf Seiten von Swiss Central ernsthaft gefährlich werden könnten.

Doch es kam anders. Und wie. Swiss Central machte am Dienstagabend nicht nur beste Basketballwerbung – der Verein sorgte auch für eine der grössten Überraschungen der bisherigen Meisterschaft. Den Grundstein zum Erfolg legte das Team von Cheftrainer Danijel Eric bereits in den ersten Minuten. Nach zwei Minuten führte das Heimteam 12:2, nach 7 Minuten stand es 21:6 – und zum Ende des ersten Viertels führte SCB dank tollen Distanzwürfen von Michael Plüss und Marco Lehmann mit 27:15. Nicht gegen Winterthur, nicht gegen Aufsteiger Vevey, sondern – man kann es nicht genug betonen – gegen einen der grossen Titelfavoriten aus der Romandie.

Emotionen, Spannung und Kampf

Was in den verbleibenden Spielabschnitten folgte, gehörte zum Spektakulärsten, was an einem Basketballspiel in den vergangenen Jahren in der Zentralschweiz zu erleben war.

Technisch war das Spiel zwar nicht immer auf höchstem Niveau – dafür bot das Spiel umso mehr Emotionen, Kampf und Spannung. Spannung deshalb, weil es Monthey – angeführt von Nationalspieler Jonathan Kazadi – im Laufe der Partie langsam aber stetig gelang, den Rückstand aus der Startphase aufzuholen. Als eben dieser Kazadi eineinhalb Minuten vor dem Ende gar zur 78:74-Monthey-Führung traf und im Anschluss SCB-Captain Plüss einen schwierigen Rückwärts-Korbleger verwarf, schien der Traum vom Sensationssieg so kurz vor der Schlusssirene doch noch zu platzen.

Austin Chatman als Matchwinner

Doch dann kam Austin Chatman. Einmal mehr war es der amerikanische SCB-Spielmacher, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort das Richtige tat. Neun Sekunden vor Schluss, beim Spielstand von 78:80, dribbelte sich der 24-jährige Amerikaner an der Dreipunktelinie frei, setzte zum Wurf an – und versenkte den Ball im Netz.

 

 

 

«Ich hätte nicht erwartet, dass ich so frei zum Wurf kommen würde», meinte ein glücklicher Chatman nach dem Spiel. Und weiter: «Solche Würfe übe ich jeden Tag hundertfach. Als sich die Chance kurz vor Schluss ergab, liess ich mir diese nicht nehmen. Zum Glück fiel der Ball rein.» So simpel Austin Chatmans Analyse, so gross seine Leistung: Mit einem Wurf sorgte der herausragende Spielmacher dafür, dass Swiss Central in der Schweizer Basketballszene einmal mehr für spektakuläre Schlagzeilen sorgt.

Bleibt zu hoffen, dass die Zentralschweizer dies beim nächsten Mal vor einem grösseren Heimpublikum tun können.

 

NLA. Nachtragsspiel: Swiss Central – Monthey 81:80 (45:41).

Rangliste: 1. Fribourg Olympic 7/14 (628:482). 2. Lugano Tigers 7/12 (621:477). 3. Lions de Genève 8/12 (645:566). 4. Boncourt 8/10 (620:594). 5. SAM Massagno 7/8 (483:444). 6. Union Neuchâtel 8/8 (645:578). 7. Swiss Central 8/8 (578:653). 8. Pully Lausanne 7/6 (550:557). 9. Monthey 8/6 (603:626). 10. Starwings Regio Basel 7/2 (508:612). 11. Winterthur 7/2 (462:589). 12. Vevey Riviera 8/2 (493:658).

 

Swiss Central – Monthey 81:80 (45:41)

Maihof. – 150 Zuschauer.

Swiss Central Basket: Lehmann 20, Chatman 23, Morandi, Birboutsakis, Zoccoletti, Kairavicius 13, Stallkamp, Mandic, Plüss 8, Thompson 17. – Bemerkungen: Tomic und Fankhauser abwesend (verletzt).

 

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