Swiss Central: Einbruch im Schlussviertel

 

Lange Zeit sah es so aus, als könnte Swiss Central gegen Pully-Lausanne den ersten Heimsieg holen. Dann aber verliess die SCB-Spieler nicht nur das Glück, sondern auch der Atem.

 

 

 

SCB-Cheftrainer ist keiner, der so schnell die Fassung verliert. Gestern Abend, kurz vor acht Uhr, wirkte er jedoch ungewöhnlich geknickt. Er und sein Team hatten gerade gegen Pully-Lausanne mit 83:90 verloren – und die Niederlage gegen den Tabellenachten schien mehr an Eric zu nagen als man sichs von dem 36-Jährigen gewöhnt ist. Nach einer kurzen Ansprache in der Garderobe schnappte sich Eric seinen Rucksack und verliess die Halle. Dass er sich auch deshalb beeilen musste, weil er an einem Geschäftsanlass erwartet wurde, machte die Sache für Eric kaum leichter. «Diese Niederlage tut sehr weh», meinte der Trainer etwas später per Kurznachricht. Und auch den Spielern, die da und dort noch in der Halle einen Schwatz hielten, war die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Kurz: Es war ein bitterer Abend für Swiss Central. Und dabei sah es doch lange Zeit ehr gut aus für das Heimteam.

 

Sechseinhalb Minuten ohne Punkte

 

Nach dem ersten Viertel führte das Heimteam mit 33:29, zur Halbzeit gar mit 55:46. Doch so erfolgreich und treffsicher SCB in der ersten Halbezeit aufspielte, so harzig verlief die zweite Hälfte. Nach drei Vierteln war das Spiel zwar noch ausgeglichen (73:73) – doch das Momentum hatte längst gekippt. Im Schlussabschnitt dauerte es sage und schreibe 6 Minuten und 22 Sekunden bis zu den ersten SCB-Punkten. Pully-Lausanne war nun auf einmal die spielbestimmende Mannschaft und siegte am Ende verdient.

 

Nein, in Sachen Einsatz kann man Swiss Central Basketball mit Sicherheit keinen Vorwurf machen. Das Team von Coach Danijel Eric rannte, kämpfte und ackerte gegen einen physisch starken Gegner über die gesamte Spieldauer. Auffällig jedoch dies: Während der «Foxes»-Coach sieben Spieler mehr oder weniger gleich lange auf dem Feld liess, setzte Danijel Eric primär auf sein Stammquintett. Während Captain Michael Plüss und Flügel Marco Lehmann (beide 38 Spielminuten) nur kurz auf der Bank sassen, musste der individuell herausragende Austin Chatman gar über die komplette Spieldauer ran. Und es war offensichtlich: Am Ende fehlte dem US-Spielmacher und den anderen Stammspielern schlicht und einfach die Kraft, um in den entscheidenden Momenten noch einmal einen Gang hochzuschalten.

 

Lange Zeit zur Erholung bleibt Chatman und seinen Kollegen nicht. Bereits am kommenden Dienstag (19.30 Uhr, Maihof) steht das nächste Heimspiel auf dem Programm. Zu Gast ist Schweizermeister Monthey – und damit ein Team, das trotz einem harzigen Saisonstart (Rang 8) zu den Top-Teams der Liga gehört. Spielt SCB so wie gestern in der ersten Halbzeit, muss sich das Team auch gegen Monthey nicht verstecken. Eine (grosse) Überraschung wird aber nur dann zu schaffen sein, wenn das Heimteam in den entscheidenden Momenten über etwas Glück verfügt – und noch wichtiger: über den nötigen Atem.

 

 

NLA, 7. Runde, Samstag, Maihof: 500 Zuschauer

 

Swiss Central – Pully-Lausanne Foxes 83:90 (55:46)

 

SCB: Lehmann 17, Chatman 30, Morandi 3, Birboutsakis, Zoccoletti, Kairavicius 4, Stallkamp, Mandic, Plüss 12, Thompson 17. Coach: Eric / Mihajlovic. – Die besten Scorer bei Pully Lausanne: Cleare 22, Wade 17, Brown 15. Bemerkung: Swiss Central ohne Fankhauser und Tomic (beide verletzt)

 

 

Bericht: Daniel Schriber

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