Swiss Central Basketball holt sich am Sonntag gegen die Starwings Regio Basel den lang ersehnten ersten Saisonsieg. Überragender Spieler ist der amerikanische Spielmacher Austin Chatman.
 
 

Irgendwann während des dritten Viertels wandte sich Martin Mihajlovic, der Assistenztrainer von Swiss Central, an einen der mitgereisten SCB-Anhänger und drückte ihm ein paar Münzen in die Hand – verbunden mit der Bitte, er möge im Hallenkiosk nach einem Gatorade fragen. Mihajlovic orderte das isotonische Getränk aber nicht etwa für sich selbst, sondern für den sich sichtlich ausser Atem befindenden Austin Chatman. Kein Wunder: Der Spielmacher von Swiss Central stand bis zu diesem Zeitpunkt praktisch die gesamte Spieldauer auf dem Feld. Und dies, nachdem er zuletzt mehrere Wochen verletzt ausfiel und erst in den vergangenen Tagen wieder mit dem Training begonnen hatte.

30 Punkte und eine starke Trefferquote

Da die Kiosk-Equipe in der Sporthalle Birsfelden weder Gatorade noch ähnliche Getränke führt, übergab der Assistenztrainer Chatman beim nächsten Spielunterbruch einen Eistee und eine 2,5-Deziliter-Büchse von jenem Getränk, das angeblich Flügel verleihen soll. Nun: Durch die Halle geflogen ist der Texaner am Sonntag zwar nicht – dafür aber gerannt. Und wie. Der vergleichsweise kleine Spieler (1,80 m) wirbelte nach Belieben durch die gegnerische Abwehr und brachte die heimischen Starwings damit zum Verzweifeln. Am Ende resultierten 30 Punkte – und das bei einer hervorragenden Trefferquote von 63,6 Prozent. «Es tat gut, endlich wieder auf dem Feld zu stehen», resümierte Chatman nach dem Spiel. «Und wenn man dann auch noch gewinnt, macht es doppelt so viel Spass.»

Keine Frage: Der 24-jährige Austin Chatman war am Sonntag eine Klasse für sich – und der Hauptgrund dafür, dass sich Swiss Central in einem bis zuletzt umkämpften Spiel den ersten Saisonsieg sichern konnte. «Diese zwei Punkte sind sehr wichtig für uns», so der glückliche SCB-Coach Danijel Eric nach dem Spiel. Nach einem Erfolg, der genau zum richtigen Zeitpunkt kam. Eric weiss, dass es genauso gut auch anders hätte enden können.

Zwei Minuten vor Schluss lagen die Zentralschweizer noch mit fünf Punkten hinten (86:81). Dass es am Ende trotzdem für den erlösenden 88:90-Sieg reichte, ist einerseits dem Profi-Trio Thompson, Kovacevic und Chatman zu verdanken, das die letzten neun SCB-Punkte erzielte – andererseits den Basler Starwings, die in der entscheidenden Phase mehrere unnötige Fehler begingen.

«Glück gehört auch dazu», weiss SCB-Coach Danijel Eric. Als «Glück» ist es aus SCB-Sicht auch zu bezeichnen, dass mit Chatman und Eric Thompson gleich beide angeschlagenen US-Profis früher aufs Feld zurückkehrten als angenommen. Während man Thompson seine Knieprobleme noch ansah, war bei Chatman – mit Ausnahme eines Tapes am Finger – nichts mehr zu spüren von seinem Sehnenabriss.

«Jetzt schmerzt der Finger schon ein bisschen», so Chatman nach dem Spiel. Er weiss jedoch, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Da SCB nun aber eine Woche Pause hat, bleibt dem Amerikaner nicht nur genügend Zeit zur Erholung, sondern auch dafür, um seinen Kühlschrank mit Gatorade zu füllen.

Dieser Beitrag erschien am 24. Oktober 2017 in der Luzerner Zeitung. – Autor: Daniel Schriber

Männer, NLA

4. Runde: Starwings Regio Basel – Swiss Central 88:90. – Rangliste: 1. Fribourg Olympic 4/8. 2. Lugano Tigers 4/6. 3. Lions de Genève 4/6. 4. SAM Massagno 4/6. 5. Union Neuchâtel 4/4. 6. Boncourt 4/4. 7. Pully Lausanne 4/4. 8. Monthey 4/2. 9. Vevey Riviera 4/2. 10. Swiss Central 4/2. 11. Starwings Regio Basel 4/2. 12. Winterthur 4/2.

Regio Basel – Swiss Central 88:90 (44:49)

Sporthalle, Birsfelden. – 450 Zuschauer. – Swiss Central: Kovacevic (9), Plüss (3), Lehmann (19), Chatman (30), Kairavicius (8), Thompson (17), Mandic, Morandi, Birboutsakis, Zoccoletti, Stallkamp (4). – Coaches:Eric/Mihajlovic. – Bemerkung: Swiss Central ohne Tomic (Ausland), Fankhauser (verletzt). – Beste Scorer bei den Starwings: Tutonda (20), Schoo (17), Hess (16).

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