SCB verliert erneut deutlich

 

Das Team um SCB-Chefcoach Danijel Eric befindet sich in einer schwierigen Situation.

 

Sieben Minuten spielte Swiss Central gegen Boncourt – danach folgte der Einbruch. Nach der heutigen Kanterniederlage steht das vom Verletzungspech verfolgte SCB-Team noch ohne Punkte am Ende der Tabelle.

 

«Das gibt’s doch nicht!» Nachdem ein weiterer seiner Dreipunktewürfe sein Ziel verfehlte, schrie sich SCB-Flügel Marco Lehmann seinen Frust von der Seele. Einige Minuten davor war es Captain Michael Plüss, der den Ball nach einer missglückten Aktion in Richtung Hallendecke kickte und dafür vom Schiedsrichter verwarnt wurde. Dass ausgerechnet der sonst so besonnene Plüss den Ball mit voller Wucht wegkickte, mag den einen oder anderen Zuschauer überrascht haben – tatsächlich aber passt die Szene gut zur frustrierenden Situation, in der ich SCB derzeit befindet.

 

Drei Spiele hat SCB in dieser Saison gespielt – und drei Mal diskussionslos verloren. Während die ersten beiden Niederlagen gegen die Spitzenteams aus Lugano und Genf erwartet werden konnten (oder mussten), machten sich die SCB-Fans am heutigen Sonntag zurecht Hoffnungen auf den ersten Erfolg. Boncourt liegt zweifellos in der Reichweite von Swiss Central Basketball. Normalerweise.

 

Kovacevic mit gutem Einstand

 

«Normal» läuft bei SCB aktuell jedoch nicht viel. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen der beiden US-Profis Austin Chatman (Sehnenabriss) und Eric Thompson (Knieprobleme), muss Swiss Central derzeit auf seine beiden Berufsspieler verzichten. Dass der Serbe Nemanja Kovacevic kurzfristig einsprang, um Austin Chatman vorübergehen zu ersetzen, ist für den Verein zweifellos ein Glücksfall. Doch obwohl Kovacevic gegen Boncourt einen guten Auftritt hinlegte (15 Punkte, 7 Assists) und sogleich zum besten SCB-Spieler der Partie gewählt wurde, konnte auch er die deutliche Niederlage nicht verhindern.

 

Boncourt, das derzeit mit drei ausländischen Profis spielt, wusste seine personellen Vorteile geschickt auszuspielen. Beispiel Amir Williams. Gegen physisch starken US-Center fand die SCB-Abwehr schlicht und einfach kein Rezept. Der 2.11-Meter-Riese punktete beinahe nach Belieben und sicherte sich darüber hinaus 14 Rebounds (Abpraller vom Brett). Die beiden Zuger Innenspieler auf Seiten von Swiss Central, Branko Tomic und Luka Mandic, kämpften zwar mutig und zeigten auch in der Offensive gute Aktionen – trotzdem fehlte US-Center schmerzlich. Ohne ihn fand Swiss Central kein Rezept gegen die physisch überlegenden Jurassier.

 

Spektakuläre Aktion von SCB-Talent Birboutsakis

 

Bereits zur Halbzeit war klar, dass Swiss Central die Partie gegen Boncourt verlieren würde. Cheftrainer Danijel Eric machte das beste aus der Situation und liess im zweiten Spielabschnitt immer wieder seine Bankspieler ran. Nebst Sebastiano Morandi wussten einmal mehr die jungen SCB-Talente Laurent Zoccoletti (17) und Alexis Birboutsakis (16) zu gefallen. Letzterem gelangen nicht nur zwei Punkte, sondern auch ein spektakulärer Block gegen einen Boncourt-Angreifer. Zu seinem ersten NLA-Einsatz kam zudem der U20-Spieler Simon Birrer aus Oberägeri. Auch er brachte seinen Gegenspieler mit bissiger Verteidigung in Bedrängnis.

 

Lange Zeit zur Erholung bleibt SCB nach der jüngsten Niederlage nicht. Am Mittwochabend trifft das Team von Danijel Eric im Cup 1/32-Final auf den Erstligisten Regensdorf. Dort ist – ob mit oder ohne Profis – ein Sieg Pflicht.

 

 

NLA, 3. Runde, Sonntag, Maihof, Zuschauer: 300

 

Swiss Central – BC Boncourt 59:88 (30:57)

 

SCB:Kovacevic 15, Tomic 6, Plüss 9, Lehmann 12, Kairavicius 3, Thompson, Mandic 9, Morandi 3, Fankhauser, Birboutsakis 2, Zoccoletti, Birrer. Coach: Eric / Mihajlovic. – Die besten Scorer bei Boncourt: Williams (USA) 19, Brown (USA) 19, Danys (LIT) 14.

 

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