Nächste Woche entscheidet sich, ob Swiss Central Basketball auch in der kommenden Saison in der NLA spielt – oder ob der Verein freiwillig in die NLB absteigt. Wie so oft geht es ums Geld.

 

 

Am Pfingstsonntag gab es bei Swiss Central Basketball (SCB) noch einmal Grund zum Feiern. Die U16-Mannschaft holte sich in Bellinzona den Schweizer-Meister-Titel – und bewies damit: Die Nachwuchsabteilung von Swiss Central gehört zu den besten der Schweiz. Und genau das ist einer der Eckpfeiler dieses Vereins: «SCB ist als Stützpunkt für ta­lentierte und motivierte Nachwuchsbasketballer aus der Region das Tor zum Spitzensport», erklärt Nachwuchschef Zoran Popovic. In diesem Verein trainieren und spielen Talente aus insgesamt sieben Vereinen aus der Region Zentralschweiz. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Offen ist derzeit jedoch, wie konkret diese Perspektive für die Talente aus der Region aussieht. NLA oder NLB? «Wir wissen es heute schlicht und einfach noch nicht», sagt Thomas Müller.

Lizenz in erster Instanz erhalten, aber ...

Fakt ist: Das NLA-Team von SCB erreichte dieses Jahr erstmals die Playoffs. Es war ein schöner Achtungserfolg, mit dem sich die noch junge Mannschaft aus der Zentralschweiz landesweit einen Namen erspielte. Tatsache ist weiter: Der nationale Verband Swiss Basketball hat das Lizenzgesuch von Swiss Central in erster Instanz bewilligt. Ein Kunststück, das zum Beispiel dem BBC Lausanne oder dem aktuellen Finalteilnehmer und Traditionsverein BC Monthey nicht gelungen ist. So richtig darüber freuen kann sich bei Swiss Central indes niemand. Grund dafür sind die finanziellen Probleme, die den Verein schon länger plagen. Schon in der Vergangenheit hat SCB stets mit dem kleinsten Budget der Liga agiert (rund 200000 Franken). Aktuell jedoch ist der Verein selbst davon noch weit entfernt.

Schwierig ist die ungewisse Situation auch für die Spieler, weiss Sportchef und Vizepräsident Norbert Valis. «Umso erfreulicher ist es deshalb, dass praktisch alle Spieler ihre Zusage für eine weitere NLA-Saison gegeben haben.» Nicht mehr dabei sein werden Jérôme Domingos sowie U19-Spieler Toni Rocak. Beide Talente, die in der vergangenen Saison erste NLA-Erfahrungen sammeln konnten, werden ihr Glück künftig in den USA versuchen. Offen ist zudem, welche Auswirkungen ein freiwilliger Rückzug in die NLB auf das Kader hätte.

Situation ist schwierig, der Zeitplan sehr eng

«Leider haben auch die jüngsten Erfolge unserer NLA-Mannschaft nicht zu einem spürbaren Sponsoringzugang geführt», bilanziert Präsident Müller. Er weiss, dass die Situation schwierig und der Zeitplan sehr eng ist. Bis am 15. Juni muss er sich definitiv entscheiden, für oder gegen die NLA. Aufgeben will Thomas Müller bis zuletzt nicht. «Wir setzen alles daran, um auch in der nächsten Saison in der höchsten Liga zu spielen.» Um eventuell doch noch den nötigen finanziellen Schritt nach vorne zu schaffen, haben sich Vertreter des SCB-Vorstandes vor einigen Tagen mit zahlreichen kleinen und grösseren Sponsoren von Swiss Central zum Ideenaustausch getroffen. «Vielleicht ergibt sich irgendwo eine Möglichkeit, eine neue Tür», so Müller. «Und falls nicht, müssen wir uns zumindest nicht vorwerfen lassen, wir hätten nicht alles versucht.»

 

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