Aus der Luzerner Zeitung vom Freitag, 5. Mai

 

Die beiden Kanterniederlagen bei Meister Fribourg gehen nicht spurlos an Swiss Central vorbei. Trotz der Enttäuschung wollen die Zentralschweizer bei der Playoff-Heimpremiere nochmals angreifen.

 

 

Für Michael Plüss, Captain von Swiss Central Basketball, ist es vielleicht die schwierigste Situation in seiner NLA-Karriere: 44:99 am Samstag, 48:99 am Dienstag. Plüss und seine Kollegen mussten in den vergangenen Tagen in Fribourg zwei Niederlagen einstecken, die nicht nur hoch, sondern geradezu brutal waren. Über weite Strecken präsentierten sich die beiden ersten Playoff-Duelle zwischen den Zentralschweizern und dem amtierenden Schweizer Meister so, als stünden sich zwei Teams unterschiedlicher Stärkeklassen gegenüber. Und das, nachdem Swiss Central in den vergangenen Monaten immer wieder mit starken Leistungen überzeugen konnte und selbst gegen Spitzenteams wie Genf, Lugano oder Neuchâtel für Überraschungen sorgte.

 

«Bekommen wir die Härte des Profisports zu spüren»

Michael Plüss versteckt seine Enttäuschung über den verpatzten Playoff-Start seines Teams nicht. Stattdessen sagt er: «Es ist schwierig. Da kämpft man eine ganze Saison, um die Playoffs zu erreichen – und dann kassiert man solche Niederlagen. Im Moment bekommen wir die ganze Härte des Profisports zu spüren.» Man kann es drehen und wenden, wie man will. In der Viertelfinalserie zwischen Fribourg und Swiss Central scheinen die Körbe für die Zentralschweizer schlicht und einfach zu hoch zu hängen. Und natürlich kratzt das an der Moral der Mannschaft. «Es ist eine schwierige Situation», sagt auch Coach Danijel Eric.

Eines ist klar: Die Favoritenrolle war in dieser Playoff-Serie zwischen dem Achtplatzierten und dem Qualifikationssieger von Beginn weg klar verteilt. Fribourg gehört vom ersten bis zum letzten Mann zum Besten, was die Schweiz in dieser Sportart zu bieten hat. Das Kader des Serienmeisters ist derart stark besetzt, dass es sich Chefcoach Petar Aleksic erlauben kann, als ersten Auswechselspieler einen amerikanischen Profi zu bringen – und an Position 7 und 8 die Nationalspieler Dusan Mladjan und Wes­ther Molteni einzuwechseln. Natürlich verdienen auch diese beiden Spieler ihren Lebensunterhalt mit Basketball – und jeder wäre bei Swiss Central ohne Wenn und Aber als Stammspieler gesetzt.

 

Kleinere Anpassungen vorzunehmen

Das weiss auch SCB-Trainer Danijel Eric, dem mit Colin Voss und Nemanja Kovacevic nur zwei Profis zur Verfügung stehen. Kommt hinzu, dass Letzterer nach wie vor angeschlagen (Schulter) ist. Doch Eric sagt: «Jammern bringt nichts.» Stattdessen versuchte Eric in dieser Trainingswoche nochmals, kleinere Anpassungen vorzunehmen und sein Team noch besser auf Fribourg einzustellen. «Aufgeben ist keine Option», betonte er in den vergangenen Tagen immer wieder.

Und Eric hofft, dass die Maihofhalle trotz der schwierigen Ausgangslage so gut gefüllt sein wird wie noch nie in dieser Saison. «Unsere Mannschaft hätte das verdient. Das erste Playoff-Heimspiel bleibt ein grosses Highlight für uns.» Und der Trainer verspricht: «Wir werden kämpfen bis zum Schluss.» Ganz egal, wie hoch die Körbe hängen.

 

Bericht: Daniel Schriber 

 

HINWEIS

Männer, NLA. Playoff-Viertelfinal (best of 5/Stand 0:2).

3. Runde. Samstag: Swiss Central – Fribourg Olympic (20.00, Maihofhalle/Eintritt 5 Franken).sdf

 

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