SCB wächst (fast) wieder über sich hinaus!

 

Was für ein Krimi im Wallis: Swiss Central Basketball fordert dem Ligacupsieger BBC Monthey trotz krasser Aussenseiterrolle alles ab und verliert am Ende hauchdünn mit 100:94.

 

 

Vor fast genau einem Jahr – am 8. März 2016 – siegte Aufsteiger Swiss Central Basketball zuhause gegen den BBC Monthey und sorgte damit für eine der grössten Überraschungen der Saison. An diesen denkwürdigen Abend in der Luzerner Wartegg erinnern sich wohl nicht nur viele SCB-Fans, sondern mit Sicherheit auch Monthey-Coach Niksa Bavcevic und seine hochdotierte Profitruppe.

 

Obwohl es seit der vergangenen Saison bei beiden Teams zu einigen Änderungen kam, war die Ausgangslage vor dem gestrigen Aufeinandertreffen im Wallis dieselbe wie vor einem Jahr: SCB startete als krasser Aussenseiter. Doch genau diese Rolle scheint den Zentralschweizern offensichtlich ganz gut zu passen. Swiss Central startete furios in die Partie und eröffnete das Spiel mit vier Ballgewinnen und einem 8:0-Lauf. Time-Out, Monthey.

 

Plüss mit herausragender Trefferquote

 

Was danach folgte, war ein Offensiv-Spektakel, wie es in der Schweizer Basketballliga nur höchst selten zu sehen ist. Ein Spektakel, bei dem seitens SCB zu Beginn vor allem Captain Michael Plüss herausstach. Der 27-jährige Walchwiler – SCB-Mitglied der ersten Stunde – warf im ersten Viertel 10 Punkte bei 2 von 2 Dreipunktewürfen. Am Ende konnte sich der ETH-Student, für den Basketball seit jeher «nur» Hobby und Leidenschaft ist, 19 Punkte gutschreiben lassen – und das bei einer Wurfausbeute von herausragenden 70 Prozent! 

 

Doch Plüss war nicht der einzige SCB-Spieler, der im Wallis einen starken Auftritt ablegte. Auch der Klotener Marco Lehmann (18 Punkte) sowie die beiden Zuger Talente Branko Tomic (10) und Luka Mandic (8) punkteten fleissig – und phasenweise nach Belieben. Zudem bewiesen die einzig verbleibenden Profis bei SCB, dass sie ihr Geld mehr als Wert sind: Während Serbe Nemanja Kovacevic als Denker, Lenker und Topscorer überzeugte, hielt der Amerikaner Colin Voss die gegnerischen Angreifer gleich mit 5 Blocks in Schach. 

 

Voss scheidet zweieinhalb Minuten vor Schluss aus

 

Voss war denn auch die tragische Figur in der vorentscheidenden Szene des Spiels: Zweieinhalb Minuten vor Schluss, beim Spielstand von 90:88 für Monthey, setzte das Heimteam zu einem Dreipunktewurf an. Da dieser das Ziel verfehlte, kämpfte US-Center Voss gegen den Walliser Topscorer Markel Humphrey um den Rebound – und erhielt dabei nach einem leichten Körperkontakt prompt sein fünftes und spielausscheidendes Foul. Es war eine fragwürdige Szene. Eine Szene aber auch, die den Gesamteindruck dieses Abends – trotz der knappen Niederlage – nicht trüben soll und darf: Was Swiss Central Basketball am Samstagabend beim Ligacupsieger und Cupfinalisten Monthey zeigte, war stark. Ob kämpferisch, taktisch oder technisch: Schlicht und einfach stark. 

 

Premiere: Heimspiel in Zug

 

Schon am nächsten Samstag geht’s weiter: Dann trifft SCB im letzten Spiel der Rückrunde auf den BC Boncourt. Das Spiel gegen den direkten Konkurrenten um die verbleibenden Playoffplätze findet zum ersten Mal überhaupt in der Sporthalle Zug stat. Los geht’s um 18.30 Uhr. Und eins ist sicher: Gelingt Swiss Central eine ähnliche Leistung wie heute gegen Monthey, darf sich das Zuger Sportpublikum auf einen tollen Basketballabend freuen.

 

 

NLA, 21. Runde, Monthey: 700 Zuschauer

 

BBC Monthey - Swiss Central Basketball 100:94 (49:46)

 

SCB: Kovacevic 20, Morandi, Tomic 10, Domingos, Lehmann 18, Mandic 8, Plüss 19, Stevanovic 1, Voss 18, Birboutsakis – Coach: Eric. – Ass.: Valis. Die besten Scorer bei Monthey: Pankracije 25, Maruotto 21, Humphrey 20, Dubas 16.

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