Basketball im Blut

 

 Der Klotener Marco Lehmann (23) ist der Mann der Stunde in der NLA. Spätestens seit den 25 Punkten gegen Genf kennen ihn auch die Spitzenklubs. Am «Super Saturday» (ab 16 Uhr) liegt der Druck für einmal bei seinem Team. 

 

Bild: Eveline Beerkircher, Luzerner Zeitung

 

 

Marco Lehmanns Mutter konnte es nicht sein lassen. Schon kurz nach der Geburt ihres Sohnes kehrte die leidenschaftliche Basketballerin in die Halle zurück, um mit dem Zürcher NLB-Klub Opfikon Basket auf Korbjagd zu gehen. Und Klein-Marco? Der war schon im Maxi-Cosi stets mit dabei. Er sei quasi mit der Sirene der Anzeigetafel aufgewachsen, sagt er heute, 23 Jahre später. «Und ich glaube, dass ich tatsächlich in der Halle laufen gelernt habe.» Kein Zweifel: Lehmann hat den Basketballsport im Blut. Und obwohl er während seiner Kindheit und der Jugend verschiedene andere Sportarten ausprobierte – darunter Tischtennis und Wasserball –, war für den Klotener eines schon früh klar: «Es gibt nichts Besseres als Basketball. Ich kriege einfach nie genug von dem Sport.»

Die Liebe zum Spiel ist bis heute geblieben – und wahrscheinlich sogar noch gewachsen. Nach 13 Jahren bei Opfikon Basket schaffte der talentierte Spieler den Sprung zu Aarau in die NLB. Nach zwei Meistertiteln wechselte er für eine Saison zu GC (ebenfalls NLB), wo er zum zweiten Mal in Folge zum besten U-23-Spieler der Liga gewählt wurde. Dann war die Zeit reif für den nächsten Schritt. Lehmann entschied sich für den Wechsel zu Swiss Central Basketball, um in der Zentralschweiz seine erste NLA-Saison in Angriff zu nehmen.

Viermal in Folge Topskorer

Rasch merkte Lehmann, dass in der NLA schneller und vor allem auch physischer gespielt wird. Kommt hinzu, dass der Flügel mit seinen 1,85 m zu den kleineren Spielern auf seiner Position gehört. Das alles führte dazu, dass er in der ersten Saisonhälfte zwar gute Spiele zeigte, bisweilen aber die nötige Konstanz vermissen liess. Nun jedoch scheint der Knopf aufgegangen zu sein. Mehr als das: Marco Lehmann ist der Mann der Stunde. Zuletzt avancierte der Drei-Punkte-Spezialist gleich vier Mal in Folge zum Topskorer. Seit Ende Januar erzielte Lehmann 22,5 Punkte pro Spiel und damit mehr als die meisten Profis in der NLA. Der grosse Unterschied zu jenen «Top-Shots»: Lehmann ist kein Profi. Basketball war und ist für den EHC-Kloten-Fan bisher stets eine reine Freizeitbeschäftigung. Aktuell studiert der gelernte Landschaftsgärtner an der Hochschule für Technik in Rapperswil Landschaftsarchitektur. Die kreative Arbeit mit Pflanzen und der Natur fasziniere ihn, so Lehmann. Das Studium sei zudem ein idealer Ausgleich zum Spitzensport. «Ich brauche beides und könnte mir im Moment nicht vorstellen, nur Basketball zu spielen, ohne einen Ausgleich zum Sport zu haben.» Es sind smarte Worte, Worte der Vernunft. Lehmann weiss, dass in der NLA kaum ein Dutzend Schweizer Spieler wirklich von dem Sport leben können. Trotzdem will er noch lange weiterspielen. «Basketball gehört einfach zu mir.»

Noch ist es zu früh, um über die Zukunft zu reden

Dicke Vertragsangebote habe er keine erhalten, antwortet Lehmann auf die Frage des Reporters lachend. Trotz seiner bescheidenen Art weiss aber auch er: Spätestens seit seinen 25 Punkten beim Überraschungssieg in Genf kennt jeder Klub in der Schweiz den wurfstarken Newcomer. Für Swiss Central dürfte es entsprechend schwer werden, den Spieler zu halten. Dieser winkt ab: «Noch ist es zu früh, um über die Zukunft zu sprechen.» Er wolle – wie immer – die Saison gut zu Ende bringen und dann die Situation analysieren. Gleichzeitig sagt er aber auch: «Natürlich würde ich irgendwann gerne mal Schweizer Meister und Cupsieger werden.»

Vorerst aber liegt sein Fokus zu hundert Prozent auf dem nächsten Spiel. Am Samstag trifft Lehmann mit Swiss Central Basketball zu Hause auf das Tabellenschlusslicht Winterthur (16 Uhr, Maihof). «Wir brauchen diese Punkte unbedingt – und für einmal liegt der Druck bei uns», so Lehmann. Er weiss aber auch, dass die Winterthurer zuletzt zwei Mal in Folge gewinnen konnten. Lehmann wird seinen Gegner deshalb bestimmt nicht unterschätzen. Und gewiss ist: Umgekehrt wird das auch nicht passieren.

 

Beitrag: Daniel Schriber (Publiziert in der Luzerner Zeitung, 24.2.17) 

 

«Super Saturday» vereint Handball und Basketball

Zwei Sportarten, ein Highlight: Am Samstag veranstalten der HC Kriens-Luzern und Swiss Central Basketball in der Maihofhalle zum zweiten Mal ein gemeinsames Doppelspiel. Am «Super Saturday» soll der sportinteressierten Bevölkerung aus der Zentralschweiz gezeigt werden, was der Hallensport in der Region zu bieten hat. (red)

NLA-Basketball. Samstag, 16.00: Swiss Central - BC Winterthur.
NLA-Handball. 18.30: Kriens-Luzern - Winterthur.
1.-Liga-Handball. 20.30: SG Pilatus - BSV Stans.

Additional information