Beitrag aus der Zentralschweiz am Sonntag, 7. Mai 2017

 

Swiss Central Basketball verliert auch das dritte Playoff-Viertelfinalspiel gegen Fribourg Olympic, erntete aber trotz bei der 59:70-Niederlage viele Komplimente. Die Saison ist vorbei – die Zukunft noch offen.

 

 

 

Nach Spielschluss gab es gestern am späten Samstagabend in der Luzerner Maihof-Halle warmen Applaus von den 800 Fans. Sie würdigten das saisonale Gesamtwerk der Mannschaft von Trainer Danijel Eric, der betonte: «Wir sind stolz auf das, was wir in den letzten Monaten geleistet haben.» Darf er auch sein. Denn sein Team kratzte gestern sogar ganz zaghaft am Lack von Titelfavorit Fribourg Olympic, gewann zum Beispiel sogar die dritte Spieletappe (16:15).

Um es auf einen einfachen Nenner zu bringen: Swiss Central Basket war viel, viel besser als in den ersten beiden Playoff-Herausforderungen, als man doch kläglich untergegangen war (44:99 und 48:99). Viel, viel besser, aber längst nicht gut genug, um die Westschweizer in ernsthafte Bedrängnis zu bringen. «Dazu reicht unser Potenzial schlicht und einfach nicht», relativierte Danijel Eric. Fribourg sei Central Basket drei, vier Schritte voraus. «Damit haben wir uns in dieser Playoff-Serie einfach anfreunden müssen.»

 

«Der letzte Eindruck bleibt haften»

Swiss Central beendete eine Saison, welche die Erwartungen deutlich übertraf, mit Stolz und Charakter, leistete dem übermächtigen Widersacher so viel Widerstand, dass man mit kleinem Wohlwollen durchaus von einer Basket-Party reden durfte. «Der letzte Eindruck bleibt haften», meinte Captain Michael Plüss nach dem Schlusspfiff, «ich glaube, wir haben im dritten Spiel noch einmal gute Propaganda für den Basketballsport in der Zentralschweiz gemacht.»

Plüss war wie immer ein omnipräsenter Antreiber, der Emotionen weckte – und fast fürsorglich gesagt haben wollte: «Wir können nur hoffen, dass dieser Weg, den wir in dieser Saison eingeschlagen haben, weitergeht.» Swiss Central Basket habe bewiesen, dass diese attraktive Sportart in unseren regionalen Breitengraden Zukunft habe: «Das Team hat durchaus das Potenzial, die Phalanx der absoluten Spitzenteams anzugreifen.»

 

Aber die Zukunft ist ungewiss

Swiss Central Basket liess sich gestern von seinen Supportern noch einmal befeuern, war dem hochkarätigen Widersacher über viele Phasen ebenbürtig, besass in entscheidenden Momenten aber die Cleverness nicht, um gegnerische Aussetzer resolut ausnützen zu können. «Es wäre sogar noch mehr dringelegen», meinte Danijel Eric. Der Trainer wies darauf hin, dass es das klar beste Spiel seiner Mannschaft in dieser Playoff-Serie gewesen sei. «Wir haben die beiden ersten schweren Niederlagen seriös analysiert und hatten eine gute Antwort parat. Ich kann meinen Mannen nur gratulieren.»

Und wie weiter? Jetzt gönne man sich zwei, drei Wochen Basketball-Ruhe, verrät Eric, «dann geht’s wieder mit neuem Elan los». Die Zukunft von Swiss Central Basket, das die NLA in dieser Meisterschaft mit vielen tollen Effort aufmischte, steht indes in den Sternen. Es gibt noch viel zu tun – was die Beschaffung eines sauberen, konkurrenzfähigen Budgets für die nächste Saison anbetrifft.

Die Mannschaft selber, die zeigte gestern Muskeln. «Die Vereinsverantwortlichen werden in den nächsten Wochen mit ähnlichem Elan um eine gute Zukunft kämpfen», ist Danijel Eric überzeugt. Swiss Central Basket hat es verdient. Das feine Dankeschön der regionalen Basket-Fanzunft gestern Abend nach Spielschluss war Beweis genug.

 

Männer, NLA

Playoff-Viertelfinals (best of 5). 3. Runde: Swiss Central – Fribourg Olympic 57:70 (28:41); Schlussstand 0:3. Lausanne – Monthey 85:96 (46:41); Schlussstand 0:3. Union Neuchâtel – Lions de Genève 78:77 (42:39); Stand 1:2.

Halbfinals (ab Samstag): Fribourg Olympic – Lions de Genève/Union Neuchâtel. Monthey – Lugano Tigers.

Swiss Central – Fribourg 57:70 (28:41)

Luzern, Maihof-Halle. – 800 Zuschauer (Saisonrekord). – Swiss Central:Kovacevic (15), Morandi, Tomic (4,) Domingos, Lehmann (13), Mandic (3), Plüss (9), Voss (13), Volic – Coaches: Eric/Popovic. – Bemerkung: Swiss Central ohne Stevanovic.

Additional information